Landesliga U14 – Abschluss der Saison

Mit gleich zwei Spielen am vergangenen Wochenende beendete die WU14-1 die Saison 17/18.

Mitten in der Qualifikation zur U14-Oberliga hatten sich letztes Jahr im Mai die drei bis dahin zentralen Spielerinnen kommentarlos davon gemacht. Es war nichts anderes übrig geblieben, als das Team aus der Quali zurück zu ziehen.

Zwei der Renegaten gingen zum Lokalrivalen Hochheim, der sich ohne eigenes Zutun und Verschulden aufrichtig über den Zugang zweier gut ausgebildeter Spielerinnen freuen konnte. Die Dritte aus dem Trio hat leider die A…-Karte gezogen und spielt – obwohl wirklich talentiert – im Augenblick gar nicht mehr.

Dem Coach war durch diese Aktion weitgehend die Motivation entzogen kleine Mädchen zu trainieren und zu coachen, die durch Nutzung und Einfluss der sozialen Hetzwerke teilweise zu kleinen Monstern werden, die andere mobben und anderen Mist damit anstellen. Und dem Rest-Team musste durch das heraus gerissene Herz der Lebensfunke entzogen sein.

Es gingen ein paar Wochen ins Land, in denen trotzdem niemand eine vorschnelle Entscheidung traf und alle sich irgendwie mit der neuen Situation vertraut gemacht haben. Dann kamen die Sommerferien, die gingen zu Ende und plötzlich stand die neue Saison vor der Tür.

Naja, so stolperten wir dann in die Runde(n). Anders als geplant mussten nun fast alle sowohl U14-1 in der Landesliga, als auch U14-2 in der Bezirksliga spielen. Beim Auftaktspiel der Landesliga in Gießen stellten wir fest, dass es noch ein intaktes Team gab. Aber auch, dass es sehr viel Arbeit sein würde, daraus auch wieder ein satisfaktionsfähiges zu formen.

Zumal noch immer nicht alle wirklich kapiert haben, wie man miteinander umzugehen hat.

In der Bezirksliga konnten die Mädchen üben und sich auch Erfolge holen. In der Landesliga fehlten zunächst die Erfahrung und dann der Glaube an das eigene Können. Zwar gab es zwischendrin gegen schwache Weiterstädter einen Kantersieg und um Weihnachten einen gewonnenen Over Time-Krimi gegen Dreieichenhain. Auch ein mit nur fünf Spielerinnen, darunter einer U12er und einer eigentlich Kranken in Kronberg nur knapp verlorenes Auswärtsspiel kann man zu den Highlights zählen.

Aber so richtig angekommen war das Team nicht in der Landesliga. Es war ja nicht so, dass die Mädels sich nicht bemüht hätten zu gewinnen. Aber sie machten halt immer wieder den gleichen Fehler und rannten unkontrollierbar den Gegnern ins offene Messer.

Nach einer Latte unschöner Niederlagen in der Landesliga und leichten Siegen in der Bezirksliga fuhren wir dann zum drittletzten Spiel der Landesliga nach Dreieich. Das Hinspiel war eine packende Partie mit einem Erfolg nach Verlängerung gewesen. Diesmal ließen die Mädels sich den Ball um die Ohren blasen und lagen nach desaströser erster Halbzeit chancenlos hinten. Die zunächst ruhige und nüchterne Pausenansprache des Coaches, der sich eigentlich vorgenommen hatte keine Emotionen mehr an das Team zu verschwenden, mutierte dann in der zweiten Hälfte doch noch in diese Richtung, weil ihm beim Reden bewusst wurde, das sie zuletzt im Training genau das gemacht hatten, was nötig war um anders zu spielen. Das plötzliche Schweigen des Teams im zweiten Teil zeigte, dass jetzt irgendwas passiert war. Ob gut oder schlecht – wer weiß.

Naja, es war gut. Auf einmal sah der Coach ein Team, in dem sich jeder bewegte und kämpfte und das nicht mehr ohne Nachdenken in jede Falle lief. Es war auf einmal ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Gastgeberinnen aufgrund des jetzt hohen Tempos ruck-zuck im Foul-Trouble waren. Da beide Teams leistungsmäßig eigentlich eher gleichstark sind und beide nun mit äußerster Kraft spielten, war es wie vorhergesagt natürlich illusorisch den Rückstand der ersten Hälfte aufzuholen.

Fast die ganze Bande bekam aber unmittelbar danach zuhause in der Bezirksliga noch Gelegenheit sich weiter auszutoben.

Letzten Freitag ging es dann zum Nachholspiel beim Tabellendritten Hochheim. Wiedersehen mit den früheren Spielerinnen. Im Hinspiel feierten die heutigen Gastgeber einen Kantersieg bei uns. Den Äußerungen vor dem Spiel konnte man entnehmen, dass sie uns heute eher als Sparringspartner sahen. Das ist ja auch verständlich, beim Verlauf unserer Saison. Zumal uns mit Anna und Rojin zwei aus der Start-Fünf krankheitsbedingt fehlten und uns die Gastgeber körperlich hoch überlegen waren.

Das Spiel verlief aber ganz anders als wir befürchtet und Hochheim erwartet hatte. Nach dem ersten Viertel, welches wir mit 12:13 gewonnen hatten, trauten die Eltern und die Spielerinnen ihren Augen nicht. Der Coach sah aber gar nicht das Ergebnis, sondern wie es zustande gekommen war. Zum ersten Mal in dieser Saison hatten es seine Mädels in einem Landesligaspiel geschafft, die Partie wirklich zu kontrollieren. Und er freute sich eigentlich gar nicht über den Viertelgewinn mit einem Punkt, weil nach dem Verlauf hätte es eigentlich 12:20 stehen müssen und wir hatten mal wieder zu viele Punkte liegen lassen. Und natürlich hatte er nach den Erfahrungen der Runde Sorge, dass Tempo und Konzentration wieder nachlassen könnten.

Aber im zweiten Viertel steigerte sich das Team noch und kam zu einem mit 17:22 deutlicherem Viertel Gewinn. Diesmal war es nicht die Offense, die dem Coach Sorgen bereitete, sondern ein paar Fehler in der Defense, die den Gastgeberinnen mehr Punkte schenkte, als sie sich selber erarbeitet hatten. Sehenswert war Samantas 3er als Buzzerbeater

Wie auch immer – das 29:35 bei Halbzeit war erfreulich und sehr überraschend. Das Paradoxe ist, das ein Teil von uns anscheinend ein komisches Gefühl dabei hatte, gegen unsere Ehemaligen so gut zu spielen und möglicherweise sogar zu gewinnen. Schon verrückt. Ob das oder irgendwelche anderen Dinge untereinander, die einem männlichen Erwachsenen in einem weiblichen Jugendteam entgehen – obwohl wir auch das dritte Viertel dominierten und es mit 13:15 gewannen, fingen ein paar an zu motzen und wollten nicht spielen. Schon verrückt, was in den Köpfen kleiner Mädchen vor sich geht. Im Vergleich mit Mädchenteams aus früheren Tagen aber krass. Da ist wirklich etwas Besorgnis erregendes passiert, seit es die sozialen Hetzwerke gibt.

Irgendwie fingen sie sich dann aber Mitte des Schlussviertels wieder. Zwar hatten wir den zwischendrin ziemlich deutlichen Vorsprung dadurch her geschenkt, aber trotzdem gewannen wir am Ende mit 55:58 – nur viel zu niedrig.

Aus oben genannten Gründen schämten sich bei uns einige fremd und waren nicht in der Lage sich gleich richtig über den Erfolg zu freuen.

Naja, zwei Tage später stand schon das letzte Saisonspiel an und an der Laune der kleinen Damen konnte man erkennen, dass ihnen der Sieg am Freitag doch gut getan hatte. Gast war der Tabellenzweite aus Roßdorf. Da die Gäste bisher nur zweimal gegen den Tabellenführer verlorenen hatten, durfte man auch nach dem Freitag bestenfalls auf ein recht gutes Spiel hoffen. Aber befürchten musste man eher was anderes. Im Hinspiel waren wir in Hälfte Eins wie üblich ins offene Messer gehüpft und hatten uns eine so große Hypothek erspielt, das an Gewinnen nicht mehr zu denken war. Aber zumindest hatten wir damals in Hälfte Zwei aus unseren Fehlern gelernt und diese mit einem Punkt gewonnen.

Das heutige Spiel verlief von Beginn an so, wie Hälfte zwei damals. Es war ein ganz enger Dogfight. Ein Low-Score war es hauptsächlich deshalb, weil sich beide Teams in der Defense die Füße wund liefen. Unser heutiger Gegner war eine Klasse besser, als die Hochheimer am Freitag und machte nie einfache Fehler. Jeder Korberfolg musste hart erarbeitet werden. Entsprechend eng war das Spiel. Dem 8:8 nach den ersten 10 Minuten, folgte ein 9:14 im zweiten Viertel. Kurzzeitig hatte es so ausgesehen, als könnten sich die Gäste absetzen. Aber anders als im Hinspiel lies das 17:22 bei Halbzeit noch alle Optionen offen.

Im weiteren Verlauf des Spiels kamen die Gäste immer seltener an unser Brett. Das hatte ganz viel damit zu tun, dass deren Offense Aufstellung viel zu eng war und sie sich gegenseitig auf den Füssen standen. Dank Antonia Schütze, die oft in letzter Sekunde noch einen erfolgreichen Halbdistanzwurf einlochte, blieben sie aber im Spiel und gewannen sogar das dritte Viertel knapp mit 6:8. Die meisten unserer Punkte resultierten aus Fast Breaks, wenngleich Ibo mit einem 3er im dritten Viertel erfolgreich war. Beide Teams spielten durchgehend Pressdeckung ab der Grundlinie. Beiden gelang auch ab und an daraus ein Korberfolg, aber da beide meist den Ballvortrag über die Mittellinie schafften, wirkte sich die Presse jeweils hauptsächlich auf die restliche Angriffszeit aus.

Nachdem in den ersten drei Vierteln die Korbleger bei den Fast Breaks zu oft nicht konsequent abgeschlossen worden waren – was auch in der intensiven defensiven Laufarbeit der Gäste seine Ursache hatte – änderte sich das im Schlussabschnitt endscheidend. Ob es aber reichen würde den 7 Punkte Rückstand noch einzuholen?

Obwohl beide Teams mit neun Spielerinnen angetreten waren und wir dabei mit der kleineren Rotation gespielt hatten, zollten nun die Gäste dem stets hohen Spieltempo Tribut und waren in der Defense Laufarbeit nicht mehr so konzentriert. Von den 18 im letzten Viertel erzielten Punkten waren denn auch 14 Korbleger Punkte, einer ein Freiwurf und Samanta erzielte nach dem Buzzerbeater am Freitag ihren zweiten 3er. Roßdorf kam nun gar nicht mehr an unser Brett, hielt sich aber mit fünf erfolgreichen Halbdistanzwürfen trotzdem bis zum Ende im Spiel. Wir schafften tatsächlich das Wunder und machten den einen Punkt mehr.

Dem Coach ist der Sieg an sich nicht so wichtig, wie die Erkenntnis das sein Team Last-Minute in dieser Saison doch noch gezeigt hat, das es in der Landesliga mithalten kann und zum dritten Mal in dieser Saison, das es auch die Nerven hat ein enges Spiel am Ende zu gewinnen. Der Erfolg in Hochheim war für den Kopf wichtig, aber der gegen Roßdorf sportlich viel wichtiger.

Sportlich sind wir also doch noch da angekommen, wo wir sein wollen. Das Team spielt besseren Basketball, als vor einem Jahr und es hat dreimal in der Landesliga die Bigpoints gemacht. Das hatten wir auch mit unseren früheren Cracks nie geschafft. Aus den neben diesen spielenden grauen Mäusen von damals sind jetzt viele selbsbewußte und erfolgreiche Spielerinnen geworden. Viel mehr sind nun an den Erfolgen beteiligt.

Hoffentlich machen die jungen Damen diesmal nicht wieder alles kaputt, indem sie hinter den Kulissen intrigieren und mobben.

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