*** KREISMEISTER 2012 ***
Keiner hat damals am 18. September gewußt, ob unsere durch zwei 96er Anfänger vermehrte WU15 in der WU17-Kreisligarunde Kanonenfutter sein würde, oder sich einigermaßen behaupten würde. Fünf Spielerinnen machten damals überhaupt ihr erstes Punktspiel. Noch ohne eigene Trikots wurde die Begegnung gegen die noch ungeschlagenen Dragons mit einem famosen Schlußspurt von Darleen und Corinna noch zum Sieg gedreht. Daß hier zwischen dem künftigen Meister und dem Vize schon eine kleine Vorentscheidung gefallen war, haben weder die Dragons noch gar wir geahnt. Im Nächsten Spiel gab es ja auch gleich einen Dämpfer. 24 Stunden nach dem schlechtesten Spiel das dieses Team jemals gemacht hat (als WU15BZ in Dreieich) hing der Haussegen ziemlich schief. Aber Coach und Spielerinnen gingen beim Spiel gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Wallerstädten ziemlich professionell mit der schwierigen Situation um und versuchten einfach nur vernünftig zu spielen. Das gelang auch recht gut. Erwartungsgemäß zogen die erfahreneren Wallerstädterinnen aber trotzdem von Viertel zu Viertel etwas weiter davon. Eigentlich zufrieden nicht mit gestrichener Fahne kapituliert zu haben, gingen wir damals mit einen 22-Punkte Rückstand ins Schlußviertel. Dann folgte unser bestes Viertel der Saison. Nach einem unglaublichen 26:4 vergaben wir in den Schlußsekunden den Sieg. Es gab Verlängerung. Wir zogen erst davon, ließen uns wieder einholen und schenkten den Gästen zum zweiten Mal den Ausgleich kurz vor Schluß. Noch mal Verlängerung. Corinna, unsere beste Spielerin an diesem Tag, mußte kurz danach nach einem eher unglücklichen Schiripfiff mit dem 5. Foul raus. Der Konzentrationsfaden riß und wir verloren dann noch recht deutlich. Trotzdem war das Spiel ein Meilenstein.
Von den vier aussichtsreichen Teams verlor in Folge erstmal keines mehr – bis zu unserem Spiel in Babenhausen. Nur zu siebt, aber erstmals mit Christina, gewannen wir dort souverän gegen einen extrem parteiischen Heimschiri und ein ultraschlechtes Kampfgericht. Babenhausen verlor das Spiel nachträglich wegen eines Meldefehlers zusätzlich am grünen Tisch. Zwei unserer drei Konkurrenten um Platz Eins waren nun im direkten Vergleich hinter uns. Dann patzte Wallerstädten gleich zweimal in Folge: gegen Babenhausen ging unerklärlicherweise das Heimspiel deutlich verloren, gegen die Dragons trat man gar nicht erst an. Wir gewannen nach einem Rumpelspiel mit gefühlt 100.000 vergebenen 100igen Chancen gegen Roßdorf und waren erstmals auf Platz Eins. Mit einem Pflichtsieg in Naurod schlossen wir die Hinrunde als Herbstmeister ab.
Noch vor Weihnachten stand das erste Spiel der Rückrunde an. Und nicht irgendwo, sondern beim punktgleichen Tabellenzweiten, den Dragons. Kurz vor diesem Spiel fand mit Sarah noch ein ganz unerwarteter Neuzugang zu uns. Beim TV Langen durch eine gute Schule gegangen war sie von Beginn an eine Verstärkung und wurde vom Team auch sonst freudig begrüßt. Außerdem hat sich der Coach doch noch dazu durchgerungen Pauline aus der WU13, die im Februar 2011 begonnen und seither eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht hat, mit Altersklassendurchbrechung auch in die WU17 zu melden. Es wird sich heute kaum noch einer daran erinnern, wie viel böses Blut der Entschluß Pauline erst mittrainieren und dann auch noch WU17 spielen zu lassen dem Trainer eingebracht hat.
Beide Neuen kamen gerade Recht, wie überhaupt an dem Tag alles gepaßt hat. Fuhren wir noch mit 10 Spielerinnen los, rief unterwegs Renée an, daß Damenspiel fällt aus und ob sie und Christina noch von Seeheim rüberkommen sollten. Na klar ! Nach gutem Beginn zeigte sich, daß die Mannschaft so natürlich alles andere als eingespielt war. Lange Zeit sah es nach einem Erfolg für die Dragons aus. Aber der Coach war eigentlich nie nervös und vertraute seinen Mädels. Gegen Ende des dritten Viertels hatten wir dann endlich die für dieses Spiel richtige Formation ausbaldowert. Wieder gingen die Dragons nach fulminanter Schlußphase als Verlierer vom Platz.
Jetzt waren wir natürlich Favorit auf Platz eins und konnten den aus eigener Kraft erreichen. Aber wir hatten viele Spiele gegen eher leichte Gegner wegen unserer schlechten Chancenverwertung nur knapp gewonnen. Und nächster Gegner nach Weihnachten war unser bisher einziger Bezwinger: Wallerstädten. Vor Wallerstädten hatte der Coach am meisten Regatte, weil die technisch und taktisch richtig gut spielen. Aber obwohl Renée und Christina bei den Damen spielten, spulten wir die Partie ziemlich routiniert herunter. Zu beginn des Schlußviertel erinnerte der Coach noch mal an das Hinspiel und daran, daß wir damals einen 22-Punkterückstand aufgeholt hatten und das Wallerstädten heute nur 15-Punkte hinten lag. Die machten auch noch mal mächtig Druck und kamen bedrohlich nah. Eine Auszeit stoppte aber den Lauf und unsere Mädels zeigten in der Schlußphase, daß sie zu recht vorne standen.
Der letzte nominelle Prüfstein wäre Babenhausen gewesen, die aber leider nicht antraten. Der Endspurt begann in Heppenheim, denen aus der Not geboren ein paar WU15er – darunter Alexa Hohfelder – aushalfen. Dadurch wurde das Spiel interessanter, aber die Mädels waren inzwischen so gut, daß der Coach auch den weniger erfahrenen Spielerinnen viel Spielzeit geben konnte, ohne in die Gefahr einer Niederlage zu geraten. Die Sorgen in den letzten beiden Spielen gegen Naurod und in Roßdorf könnte noch etwas Blödes passieren und wir die Meisterschaft vergeigen, erwiesen sich zum Glück als unnötig. Wallerstädten tat uns zwar nicht den Gefallen bei den Dragons zu gewinnen, aber nach dem Sieg gegen Naurod hätte uns nur noch eine Niederlage am grünen Tisch stoppen können. Aber auch das Schlußspiel in Roßdorf wurde spielerisch für uns entschieden, sodaß nicht nur der gewonnene direkte Vergleich gegen die Dragons die Meisterschaft für uns entschied, sondern auch zwei Tabellenpunkte Vorsprung.
Corinna, eine unserer wichtigsten Stützen, hatte sich im Naurodspiel verletzt und durfte heute das Spiel coachen. Da sie dies richtig gut gemacht hat, konnte der eigentlich Coach heute mal gemütlich von draußen genießen und sah teilweise sehr schönen Basketball mit einer Top-Defenseleistung von allen. Zilan, die zuletzt im 2. Saisonspiel dabei war, rief sich durch gutes Spiel und vier Punkte in Erinnerung.
17 Spielerinnen waren in den 12 Spielen eingesetzt. Alle Spiele haben Darleen und Jacqueline mitgemacht. Darleen war mit 151 Treffern auch die erfolgreichste Korbschützin. 11 Spiele bestritten Corinna, Lara K. und Savina. Lara M. kommt auf 9, Nina auf 8, Anne und Derya auf je 7, Pauline und Jasmin auf 6. Sarah, Christina, Zara und Renée waren fünfmal, Belkis viermal und Zilan dreimal dabei. (Bilder vom Roßdorfspiel folgen)
