Gemischtes Damenteam in der Fremde

Dienstag Abend fuhren wir zu einem kurzfristig vereinbarten Freundschaftsspiel gegen eine Mannschaft der US-Armee auf den Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim. Es war eine ziemlich wilde Verlegenheitsmannschaft aus vier Spielerinnen der Ersten Damen plus Melissa aus der WU17. Dazu gesellten sich noch zwei Mutige aus der WU13 (Darleen) und WU15 (Corinna).
Am Gate wurden wir abgeholt und mußten zunächst eine längere Überprüfung unserer Pässe abwarten, ehe es quer durch die Bebauung zur Halle ging. Wer, wie der mit angereiste, betagte und ortsansässige Coach das Flughafengelände aus den 70igern kennt, als die Airforce noch dort war und alles picobello und akkurat war, wunderte sich doch über die desolaten Verkehrswege. An der Spielhalle angekommen erwartete uns allerdings eine wunderschöne und best gepflegte Sportstätte, sowie ein herzlicher Empfang. Statt der schnöden Holzbänke unserer heimischen Humboldthalle saßen die Wechselspielerinnen auf bequem gepolsterteten Stühlen und jede fand eine Flasche Wasser sowie ein Handtuch vor.
Sehr ungewohnt war neben der Linierung und der Korbanlage besonders das drumherum. Wir spielten nach NBA, aber das auch nicht konsequent. Beim Kampfgericht fehlte einer und es gab halt keine 24 Sekunden. Erst in Hälfte zwei bemerkte die Schiedsrichterinn die durchlaufende Zeit (die wir als lokale Besonderheit hingenommen hatten). So bekamen wir 7 Extraminuten und ab dann auch gestoppte Spielzeit. Einwechseln und Auszeiten lief alles on-the-fly.
Zum Spiel: Überraschenderweise waren alle unsere Damen und Mädels den Amerikanerinnen läuferisch ebenbürtig oder sogar überlegen. Besonders bei der Kondition konnte man deutliche Vorteile sehen. Individualtechnisch lagen wir auch vorne und Mannschaftstaktisch sah es bei uns trotz der Notlösung organisierter aus. Als Vorteile der Gastgeberinnen vielen ins Gewicht: die Orts und NBA-Regelkenntnis, die streetballtypische körperliche Präsenz und die 3er-Würfe.
Während bei den Amerikanerinnen die meisten Distanzwürfe reingingen, die zugegebenermaßen nicht immer gut verteidigt waren, klappte das bei uns weniger gut. Im Gegensatz zur Heimmannschaft rollte bei uns aber ein Fastbreak nach dem anderen bis unter deren Korb. Dort wurde die Chance dann leider oft unverteidigt vergeben oder durch ein Foul gestoppt. Da einer der beiden Referees wohl gar kein richtiger war, sind davon aber nicht alle gepfiffen worden. Auch die verbale Störkulisse mancher US-Spielerinn war mit den Fiba-Regeln nicht Konform.
Während wir das Spiel nach vorne eher druckvoll und schnell angelegt hatten, spielten die US-Girls (ohne 24-Sekunden-Uhr) in die Breite und gemächlich.  Am Ende stand ein 52:32 für die Gastgeber, weil wir soviele der schön herausgespielten Gelegenheiten vergeben haben.
Bianca und Kerstin haben sich körperlich gut gegen die robusten Amerikanerinnen durchgesetzt, Ludmilla und Melissa (wohl eher anerkennend als „Beast“ bezeichnet) mit Schnelligkeit und Technik. Isabelle hat sich inzwischen von einer grauen Maus zu einer selbstbewußten und effektiven Spielerinn entwickelt, bei der Linksdribbeln und Linkskorbleger zum Standardrepertoir gehören. Corinna hatte von Anfang an keinen Respekt vor den „Großen“ und fand sich auch mit der nur theoretisch bekannten Zonenverteidigung gut zurecht. Darleen, noch ein Jahr jünger, brauchte ein wenig Zeit, bis sie glaubte, daß die Gastgeber nur mit Wasser kochten. Besonders in der Schlußphase gehörte sie zu den Aktivposten im Team.
Für alle Beteiligten war es ein schönes Erlebnis, das wiederholt werden wird. Wir bekommen noch Photos von unseren Gastgebern, die dann nachgereicht werden.
Es spielten und trafen.
Bianca (14), Kerstin und Ludmilla (5), Melissa (4), Corinna und Isabelle (2), Darleen

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