Der unten wieder gegebene Bericht stammt noch von der alten Homepage aus dem Januar 2010. Und – was hat sich seither verändert? Die Humboldhalle ist immer noch ungeheizt (am Montag um 17:30 Uhr vorne 12°, hinten 10°), dafür aber noch dreckiger und noch weiter heruntergewirtschaftet. Sie ist zumindest im Basketball-Bezirk Darmstadt die mit Abstand schmutzigste, kälteste und am schlechtesten gewartete Halle und eine unter Basketballern hessenweit bekannte Rüsselsheimer Peinlichkeit.
Vor zwei Wochen habe ich die Unterhaltung zweier auf ihr Spiel wartenden Gästespieler belauschen dürfen und konnte da Bemerkungen vernehmen wie: „bevor ich hier auf die Toilette gehe, pisse ich mir lieber in Hose. Mir kommt schon der Brechreiz, wenn ich den Korridor betrete und dort den Gestank rieche. Da gibt es ja noch nicht mal Toilettensitze und verschließbare Türen.“ (Lüften kann man sie auch nicht) Oder: „Schon eine Schande, das so ein großer Basketball Verein nur so eine abgewrackte Halle bieten kann.“
Selbst beim Aufräumen der wieder einmal vom Schulsport hinterlassenen Katastrophe im Geräteraum (siehe Bild) und beim Kehren des Hallenbodens (um ihn bespielbar zu machen), wurde uns gestern nicht warm. Die Halle wird seit Jahren nur noch durch die Basketballer – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – gereinigt. Seit vor Covid wurde auch die Grundreinigung im Sommer nicht mehr gemacht. Die aktuelle „Reinigungsfirma“ (treffender wäre Reinigungsfamilie) ist mit ihrer Aufgabe ebenso überfordert, wie die der letzten 15 Jahre.
Na, zumindest scheint es mit der Kinderarbeit vorbei zu sein, die wir nach Covid beobachten konnten, als ein Vater den Korridor wischte während sein sicher noch keine 10 Jahre alter Sohn in den Kabinen die Papierkörbe leerte. Da damals gerade mal wieder unser abteilungseigener Wischer verschwunden war, habe ich mir bei ihm damals einen ausgeliehen. Als er mich damit die Halle wischen sah, wollte er mir helfen und meinte, das wäre nicht in seinem Vertrag enthalten. Das wäre heute nicht mehr möglich – also das Ausleihen des Wischers, da die Reinigungsfirma anscheinend keinen Zugang mehr zum Raum mit den Reinigungsmitteln hat und alles selber mitbringen bzw. in den Geräteräumen deponieren muss.
Mit der Finanzsituation der Stadt hat das wohl nicht so viel zu tun, da es in anderen Hallen sowohl mit der Heizung, als mit der Reinigung und Instandhaltung klappt. Dort wird eben nicht der Zustand des Schulhauses verwaltet, sondern dasselbe instandgehalten. Wäre das auch beim Komplex der Humboldtschule so, wäre die Sanierung der großen Halle dort wohl nicht über 20 Millionen teuer geworden, sondern im Rahmen der baugleichen Halle der Gerhard-Hauptmann Schule (nach Plan waren das mal 4,5 Mio.) geblieben.
Im Juni 2011 bekam ich auf meine Meldung hin, dass in der Nacht vom 4.6.2011 auf den Sonntag danach durch das vordere Oberlicht der Dicker-Busch-Halle eine große Menge Regenwasser eingedrungen war und wir vor Fortsetzung der Qualifikation zur U15-Oberliga Hessen zunächst das Hochwasser beseitigen mussten, die lapidare Auskunft: Ja, ist bekannt das die Oberlichter und andere Teile des Dachs undicht sind.
Der frühere Hausmeister der Halle in Königsstädten, Herr Koch, hat sich um seine gleich alte baugleiche Halle so gekümmert, dass es eine normale Sanierung wurde. Sein Nachfolger ist zum Glück vom gleichen Schlag.
Ich weiß, dass die Hausmeister inzwischen Schulhausverwalter heißen. Aber der Begriff ist durch die Erfahrungen mit der Humboldtschule leider negativ besetzt, seit dort unser alter Hausmeister nicht mehr im Dienst ist, der uns mit seiner Pingeligkeit zwar oft genervt, aber sich perfekt um die Halle gekümmert hat.
Bei einem Telefonat vor etwa drei Jahren ist mal einer städtischen Bediensteten so der Kragen geplatzt, das sie Worte zu den Zuständen an der Humboldtschule nutzte, die sie um Kopf und Kragen gebracht hätten, wären sie bekannt geworden. Jedenfalls war mir danach klar, dass man bei der Stadt sehr wohl weiß, wer oder was das Problem ist.
Abgesehen davon, dass man eine neue, tolle Holzschnitzelheizung anstelle der ollen Ölheizung einbaut, alle Duschen und Heizkörper daran anschließt, aber die Umluftheizung der Halle nicht. D.h. es gibt seither (~15 Jahre) offiziell geplant keine Heizung der Halle mehr. Das nach jahrelangen Beschwerden aufgestellte Außenheizgerät ist nicht nur alt, umweltschädlich und im Betrieb sehr teuer, es läuft auch fast nie. Und falls doch mal, dann ohne funktionierende Regelung, so dass die Halle überhitzt und der Diesel vor dem Wochenende fast aufgebraucht ist.
Die in die Büchner-Halle letzten Winter eingebaute Heizung mit 12 Heizkörpern und unisolierten Rohren kann die Halle bis auf 30° bringen (war am ersten Tag der Nutzung so, danach im letzten Winter immer noch zu warm). Dieses Jahr wird sie aber bisher in einem Modus betrieben, der wohl nur dazu dient die Rohre nicht platzen zu lassen. Trotzdem sind die (gestern) 14° natürlich noch besser, als die 10-12° in der Humboldt. Vielleicht hätte man die Hälfte der Heizkörper aus der Büchner besser in die Humboldt eingebaut ???
Dass die seit Jahren ungestraft marodierenden Horden Jugendlicher, welche ständig Steine, brennende Bengalos, Flaschen, Eier und was sie sonst so finden in die Halle und auf die Sportlerrinnen und Sportler werfen oder falls das mal nicht, gegen die Tür treten oder sonst wie stören, zum wiederholten Mal einen der Glasbausteine zerstört haben – die Scherben hängen immer noch im Netz, während in die Halle intensiv für Schul- und Vereinssport genutzt wird, macht die Heizsituation nicht besser.
Jedenfalls kamen gestern massive Beschwerden von Eltern und Sportlerinnen. Ich habe sie an die Stadt verwiesen, denn meine Nerven in Bezug auf die Zustände der Humboldthalle sind nach 16 Jahren beschweren am Ende. Von den zuständigen Stellen kommen statt Lösungen gelegentlich unreflektiert weiter gereichte Beschwerden der Reinigungsfamilie, deren zusätzliche Kommentierung in Inhalt und Formulierung unangemessen ist.
Ich habe beschlossen mich dieses Jahr nicht noch einmal mit den U10-Mädchen, die in fantastischer Weise ihren Vorjahrestitel verteidigt haben, bei der Sportlerehrung anzumelden. Was nutzt diese einmalige Ehrung, wenn sie das restliche Jahr unter schlechten Bedingungen trainieren müssen.
Und wenn dazu seit Jahren kriminelle Jugendliche ungestraft und unverfolgt im Dicken Busch marodieren dürfen. Wie ich aus Gesprächen mit Lehrern der Humboldtschule erfahren habe, stören diese nicht nur den Trainings- und Spielbetrieb, sondern zerstören und beschädigen ständig Einrichtungen der Schule. Letzte Woche gab es dazu in den Nachrichten des HR sogar eine Meldung.
