Mit drei der jüngeren Spielerinnen der Damenmannschaft sowie sechs U19-Spielerinnen, von denen aber vier bereits Damen gespielt haben, ging es letzten Samstag per Fern Bus zum Turnier in die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. Natürlich waren uns alle Gegner unbekannt.
Ein wenig Recherche im Netz der Netze förderte über einige der anderen Teams Infos zu Tage. Die SG Coesfeld war in ihrer Kreisliga sieglos Letzter geworden, Overath erreichte in der Bezirksliga-2 (12er-Runde) den 9. Platz und Art Düsseldorf 2 spielt in der Bezirksliga 3 und stand am Ende auf Platz 4. Die „Flying Feet“ blieben ein Mysterium. Allgemein gilt NRW als eine Hochburg des Basketballs, wo das Niveau vergleichsweise hoch ist.
Das Team hatte sich um alles außer der sportlichen Organisation selber gekümmert. Die gemeinsame Anreise zum Flughafen Frankfurt, wo unser Fern Bus abfuhr, hatte nur einen kleinen Schreckmoment. Jacqueline verpasste die S-Bahn um einige Sekunden. Aber da wir etwas Luft im Zeitplan hatten, kam sie mit elterlicher Hilfe doch noch rechtzeitig vor Abfahrt an. Die Busfahrt lief reibungs- und stressfrei ab. Nach 20-minütigem Kampf mit dem Fahrscheinautomaten am Düsseldorfer Hauptbahnhof hatten wir dann unsere Gruppentickets und konnten weiter zum Austragungsort fahren. Die Begrüßung hatten wir verpasst und die ersten Spiele liefen bereits. Auf Feld 2 konnten wir unseren ersten Gegner (Flying Feet) im Duell mit unserem letzten Gegner (Coesfeld) beobachten. Die Flying Feet gingen als Sieger vom Platz. Nachdem wir dieses und einige Spiele auf den anderen Feldern gesehen hatten, wuchs unsere Erwartung hier ganz gut abschneiden zu können.
Auf Feld 4 ging es dann um 10:50 Uhr gegen die Flying Feet zur Tat. Wir hatten uns aggressive Defense und schnelles Fastbreak-Spiel vorgenommen. Und genauso spielten wir auch. Unser Auftaktgegner war von Tempo und Druck sehr beeindruckt und kam oft nicht aus der eigenen Hälfte heraus. Die erste Halbzeit (2×12 Minuten durchlaufend) ging mit 16:4 deutlich an uns und wenn es etwas zu bemäkeln gab, dann nur die Chancenverwertung. In Abschnitt zwei ging es so weiter. Die Flying Feet überwanden zwar ihre Schockstarre, konnten aber das Spiel trotzdem nicht in den Griff bekommen. Allerdings versäumten wir bei unserem Drang nach vorne die vielen Turn-Overs und sonstigen guten Gelegenheit am Brett auszunutzen. Trotzdem waren wir mit dem 21:10 am Ende natürlich nicht unzufrieden. Unser erster Gegner, der im wahren Leben der VfvB Ruhrort/Laar ist, in der Kreisliga Niederhein mit 8 Siegen den 4. Tabellenplatz belegt hatte und wie wir ein sehr junges Team ist, wurde im weiteren Turnierverlauf ein echter Partner. Bei allen weiteren Spielen feuerten wir uns gegenseitig an.
Nach gut einer Stunde Pause mit etwas shoppen beim Stand der Sportagentur Driemel, essen und Kampfgericht ging es weiter mit dem Spiel gegen Overath. Der Bezirksligist offenbarte beim Warm-up eine eklatante Schwäche bei allen Würfen, weshalb wir es mal mit einer 2-1-2 Zone probierten. Overath erzielte auch praktisch nichts Zählbares gegen diese Defense. Aber zu uns passt so eine lahme Verteidigung eher nicht. Wir lagen zwar ungefährdet vorne, aber es gab zu wenige Gelegenheiten das Ergebnis durch schnelles Umschaltspiel höher zu schrauben. Wir stellten daher auf Ganzfeld Mannpresse um, was den gewünschten Erfolg brachte. Zwar gelang es Overath zwischenzeitlich durch zweimalige Umstellung der Defense uns nochmal aus dem Tritt zu bringen, aber am Ende spielten wir wie im Rausch und gewannen mit 27:16 auch unsere zweite Partie.
Nachdem wir die Flying Feet bei ihren Sieg in der Verlängerung gegen unseren dritten Gegner Art Düsseldorf 2 unterstützt hatten, ging es direkt danach zum dritten Spiel auf Feld 3. Art-2 war dadurch gehandicapt, dass sie im Turnierplan parallel auch noch Kampfgericht stellen mussten. Daher war die Bank mit sechs Spielerinnen etwas dünn besetzt. Das war aber zumindest zu Beginn nicht der Grund, warum wir wie ein Orkan über sie gefegt sind und mit 14:0 in Führung gingen, bevor sie den ersten Korb erzielten. Vielmehr waren wir jetzt richtig warm gespielt und die Defense machte mächtig Druck auf deren Spielaufbau und spielte wie aus einem Guss. Das Umschaltspiel lief jetzt blitzschnell und die Punkte wurden nicht liegen gelassen. Leider verletzte sich eine der Düsseldorferinnen kurz vor der Halbzeit und konnte nicht weiter spielen. Am Ende stand ein 35:16 und das beste Spiel bisher. Die Stimmung im Team konnte kaum noch besser werden
Das ist natürlich immer brandgefährlich. Aufgabe für den Coach war es also nach dieser Hype das Team auf das vermeintlich leichte letzte Spiel richtig einzustellen. Coesfeld hatte uns gegen Art-2 beobachtet und war daher als erstes Team nicht von unserer aggressiven Defense überrascht. Sie hielten sehr körperbetont dagegen. Wir lagen auch tatsächlich nach zwei Minuten mit 0:4 erstmals in diesem Turnier hinten. Der Coach überlegt kurz, ob eine Auszeit, ein paar Wechsel und eine Umstellung im Spiel notwendig wären. Die Endscheidung der Starting-Five zu vertrauen und Geduld zu haben erwies sich als richtig, denn zur Halbzeitpause lagen wir mit 12:6 vorne. Nach der Halbzeit ging es erstmal so weiter. Knapp vier Minuten vor Ende stand es 23:10 und die Begegnung war eigentlich gelaufen. Nach den vier schnellen und kraftraubenden Spielen mit höchster Konzentration ließen Kraft und Aufmerksamkeit bei einigen Spielerinnen jetzt spürbar nach. Coesfeld konnte noch drei Körbe erzielen. Am Ende stand trotzdem ein ungefährdeter 27:16-Sieg zum Abschluss. Als ungeschlagener Sieger der Gruppe B bekamen wir danach den Pokal und eine Flasche Sekt überreicht. Die Stimmung im Team, die eigentlich nach dem makellosen 3. Spiel kaum noch besser werden konnte, erreichte neue Höchstwerte.
Und damit war unser Düsseldorf-Trip noch lange nicht zu Ende. Nach etwas relaxen im Hotel ging es in die Altstadt. Nachdem wir uns mit einem leckeren Essen gestärkt hatten, wanderten wir noch zwei Stunden quer durch die Altstadt und am Rheinufer entlang. Am Sonntag gönnten wir uns etwas länger Ruhe, bevor wir kurz vor 10 Uhr unser Hotel verließen. Beim 20minütigen Fußmarsch zum Hauptbahnhof, wo wir für den Tag unser Gepäck im Schließfach deponierten, verbrannten wir die Kalorien um uns ein üppiges Brunch bei bestem Wetter auf den Uferterrassen am Rhein gönnen zu dürfen. Beim anschließenden Flanieren durch Düsseldorf erwarben einige noch etwas Diätkost bei Cupcake. Über die Kö ging es dann in die weniger prominenten Viertel der Stadt, bevor wir am Nachmittag nach einem Besuch der Kirmes und einer Stunde Chillen im Hofgarten am Hauptbahnhof Proviant nahmen und in unseren Bus stiegen. Die erste Hälfte der Rückreise verlief erschöpfungsbedingt eher ruhig. Je näher wir der Heimat kamen, desto lebhafter wurde es aber wieder. Nur Johanna nutzte die Busfahrt bis zum Ende für ein ausgiebiges Schläfchen. Nach der S-Bahnfahrt trennten wir uns am Bahnhof in Rüsselsheim schweren Herzens nach zwei sehr harmonischen und erfolgreichen Tagen. Nach so einem Wochenende kann die Woche ja nur trist und grau werden 😉
Weitere Bilder folgen nach Freigabe durch die Zensoren 😉
