Mit zwei Siegen und drei Niederlagen – eine am grünen Tisch – kam zum Abschluß der Hinrunde mit Roßdorf ein nicht einzuschätzender Gegner in die Humboldthalle. Für uns ging es um die Herbstmeisterschaft. Bei einem Sieg heute war uns die nicht mehr zu nehmen. Aber vor dem Preis kommt nun mal der Schweiß. Der stand dem Coach schon an den Tagen vor dem Spiel im Gesicht, als Renée endgültig absagte, Jasmin krank war und auch noch Christinas Mitwirkung in Frage stand. Lara M. signalisierte Mitte der Woche ihre Verfügbarkeit. Ob das reichen würde, mußte sich zeigen. Am Ende standen, obgleich nun Savina krank ausfiel, auch Christina und Jasmin im Team und wir waren mit zehn Spielerinnen gut besetzt. Die von der erfahrenen Manuela Schuchmann gecoachten Gäste kamen zunächst besser ins Spiel und gingen in Führung. Dabei wurden sie tatkräftig durch die schon beim gestrigen WU15-Spiel erprobte Abschlußschwäche unserer Mädels unterstützt. Mit Umstellung auf Zonenpresse in der 5. Minute wurde es besser. Die Gäste waren zunächst wie paralysiert. Sie kamen zeitweise kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Oft auch nur dann, weil die Schiris das Ablaufen der 8-Sekunden selig verschliefen, was zu einem heftigen Disput führte. Aus den zahlreichen Ballgewinnen im Vorfeld machten wir aber zuwenig, weshalb das erste Viertel mit 12:14 knapp an Roßdorf ging. Obwohl die Gäste sich mit der effizienten Zonenpresse sehr schwer taten und wir Viertel Nr. 2 mit 12:10 gewannen, konnte der Coach trotzdem überhaupt nicht zufrieden sein, weil aus drei bis vier 100%igen Chancen nur ein Korb wurde. Die Gäste-Trainerin verzweifelte unterdessen daran, daß Ihre Mädels so viele Chancen zuließen. Die Presse hatte selbst nach erfolgreicher Überquerung der Mittellinie noch sichtliche Auswirkungen, weil die Roßdörfer eigentlich fast nie ins Setplay kamen, sondern den Ball vornweg ins Aus warfen oder auf ähnliche einfache Weise ihren Ballbesitz vergaben. Allerdings machten sie aus halben Chancen ganze Körbe, besonders weil unsere Defense weiter abspringende Rebounds zu oft verpaßte. Statt einer deutlichen Führung stand also ein 24:24 Unentschieden zur Pause.
Die zweite Hälfte begann mit einer noch entfesselter spielenden und vor Selbstvertrauen strotzenden Heimmannschaft. Die Gäste kamen nur noch sehr, sehr selten über die Mittellinie und erzielten nur drei Punkte im dritten Viertel. Von den 30-40 für uns möglichen Punkten brachten wir es aber fertig so viele zu verschusseln, daß am Ende ein magerer 9:3 Viertelgewinn herauskam und statt der totalen Demontage des Gegners und der Vorentscheidung noch ein Zitterschlußviertel bewältigt werden mußte.
Obwohl im Schlußviertel die Anzahl der Ballgewinne etwa gleich hoch blieb und diesmal wenigstens 16 Punkte dabei herauskamen, hatten die Gäste nach dem für sie so glimpflich verlaufenen dritten Viertel wieder Selbstvertrauen getankt und nutzten ihre relativ wenigen Chancen sehr effektiv. Zwei erfolgreiche Fastbreaks und frühe Distanzwürfe brachten die Roßdörfer ab der 5. Minute des Schlußviertel langsam wieder heran. In der 8. Minute gingen sie sogar erstmals seit Beginn der zweiten Hälfte wieder in Führung (42:43). Erschwerend kam hinzu, daß Lara mehrmals erfolgreiche Freiwürfe als übergetreten abgepfiffen wurden, obwohl sie zum Leidwesen des Trainers nie ihren Würfen nachgeht. Drei Sekunden vor Schluß erzielte Corinna mit einem energischen und diesmal sicher abgeschlossenen Powermove die beruhigende 3-Punkte-Führung für uns. Den fälligen Nachwurf wegen des Fouls im Wurf gab es zwar nicht, aber was soll’s, war ja nur noch eine Sekunde zu spielen.
Den Einwurf der Gäste blockierte Lara direkt wieder sehr schön und der Ball landete im Aus. Die Gäste-Trainerin postierte ihre Spielerinnen bereits für unseren fälligen Einwurf, als der Schiri fast noch das Spiel unentschieden hätte. Statt des Einwurfes gab es nämlich zur großen Überraschung (und Empörung) der ganzen Halle einen Foulpfiff gegen Lara (ihr erstes). Wegen der Teamfouls bekamen die Gäste dafür zwei Freiwürfe, die sie natürlich auch noch verwandelten. Selbstverständlich war für diesen Fall die letzte Auszeit angesagt, was garantierte, daß der Ball an der Mittellinie einzuwerfen war. Lara fing den Ball sicher und hielt ihn wie instruiert die fehlende Sekunde einfach unerreichbar fest. Mit 49:48 war es also doch noch geschafft.
Das ganze Spiel über wurden auf beiden seiten nur Pillepallefouls gepfiffen, während die richtigen fast immer ungeahndet blieben. Neben der eigenen Abschlußschwäche hat das in den oft ruppig gestörten Korblegern viel dazu beigetragen, daß wir uns nie entscheidend absetzen konnten. Ganz sicher hat die laxe Art zu pfeifen die technisch und taktisch eindeutig bessere Mannschaft erheblich benachteiligt. Die Roßdörfer haben das sehr konsequent genutzt und sich so das sonst eigentlich schmeichelhaft knappe Ergebnis durchaus verdient. Das Rückspiel wird ganz sicher ein heißer Tanz.
Besonders herausheben müssen wir heute Jasmin. Erst seit August beim Basketball, erst wenige Spiele und erst 13 Jahre, hat sie heute lange Zeit fast genausogut in der Defense gestanden, wie unsere große (aber auch erst 13jährige) Lara. Außerdem erzielte sie heute bei nur einem Fehlwurf erstmals 6 Punkte in einem Spiel. Die große Lara machte nach dem WU15-Spiel gestern wieder eine super Partie. Vorne zwar nicht ganz so erfolgreich (da standen diesmal ja auch andere Gegner) war sie vor allem im Paar mit Jasmin oder Nina in der Defense unter dem Korb nahezu unbezwingbar. Falls denn die sehr druckvolle Zonenpresse bzw. die vordere Verteidigungsreihe die Roßdörfer denn mal in Korbnähe ließ. Darleen und Corinna brachten den Ball immer sicher nach vorne, und haben sich nur selbst um viele mögliche Punkte gebracht. Außer den beiden hatte heute fast jeder erfolgreiche penetrations- oder cuts unter den Korb. Meist war es dort schwieriger das Ding nicht reinzumachen.
Die Hinrunde ist rum. Die WU17 ist ziemlich überraschend Herbstmeister geworden. Eigentlich sollte die WU17 ja nur Ausgleich für die lausig wenigen WU15-Bezirksligaspiele sein. Wir hatten auch noch nie mehr als zwei 96er oder 95er in einem Spiel dabei. Wir haben nun 5 mal gewonnen und einmal verloren. Bei konsequenterer Chancenverwertung hätten wir auch alle Spiele gewinnen können und die vor allem deutlicher. Etliche Spiele waren knapp. Gegen Wallerstädten haben wir das Spiel in einem furiosen Schlußviertel gedreht und es dann in der zweiten Verlängerung doch wieder hergegeben. In keinem Spiel haben wir alle ganz wichtigen Spielerinnen dabei gehabt, in manchen waren wir sogar insgesamt schwach besetzt. Ein spielfähiges Team zusammen zu bekommen hat den Coach oft enorme Mühe bereitet und Nerven gekostet. Nicht alle wollen die Doppelbelastung WU15-WU17, manchmal am gleichen Tag oder zumindest am gleichen Wochenende mitmachen. Christina und Renée spielen außerdem auch noch bei den Damen, die in der Bezirksliga um den Klassenerhalt kämpfen. So gesehen ist es ein Riesenerfolg für unsere sehr junge Mannschaft. Das derzeit erfolgreichste Team der TG hat sogar Chancen am Ende vorne zu stehe. Das ist aber noch ein langer und dornenreicher Weg. Vor Weihnachten geht es noch zum ersten Rückspiel in die Höhle der Dragons nach Michelstadt. Und schon jetzt ist klar, daß wir da wieder nicht in Bestbesetzung auflaufen können.
Heute kämpften und trafen:
Lara M. (13, 10/1), Corinna (10, 2/0), Nina (8), Darleen und Jasmin (je 6), Christina (4, 2/0), Jacqueline (2), Anne, Derya, Lara K.
WU17: Herbstmeister nach Zittersieg
Total Page Visits: 1185 - Today Page Visits: 1
