Ein unbedeutendes Messe-Ereignis in Frankfurt dezimierte schon beim Zählappell am Mittwoch das zur Verfügung stehende Team. Angemeldet und unangemeldet entschlossen sich bis Samstag weitere Spieler lieber im Gedränge auf der IAA zu schwitzen, als beim Basketball. Weitere Absagen aus den verschiedensten Gründen folgten. Darunter sicher auch der eine oder andere aus Sorge, von den in der Vorwoche in Darmstadt so erfolgreichen Hochheimern verprügelt zu werden.
Um den verbliebenen fünf wenigestens etwas Pause gönnen zu können, fragten wir bei Ferhat aus der MU16 nach, der zwar noch nie mit uns trainiert, geschweige denn gespielt hat, der aber trotzdem wir unser Anliegen erst 90 Minuten vor Spielbeginn vortrugen, sofort zusagte.
Die körperlich deutlich überlegenen Hochheimer sind eine seit zwei bis drei Jahren eingespielte Mannschaft. Im ersten Saisonspiel besiegten sie Darmstadt in deren Halle mit 15:127, während wir mit unserer um drei 95er verstärkte U16 trotz voller Bank gegen 6 clevere Großumstädter eine peinliche 37:66-Niederlage kassiert hatten. Für die beim Zählappell noch eingeplanten 9 Spieler war daher als Ziel ausgegeben: mehr als 40 machen, weniger als 100 kassieren.
Das wir das mit den fünf plus Ferhat schaffen könnten, haben wir nichtmal als Hoffnung geäußert. Um es vorweg zu nehmen: mit 56:86 haben wir es sogar übererfüllt. Und die Art und Weise war einfach sehenswert. Die wackeren 6 – Ferhat hat sich von Beginn, trotzdem er mehr als einen Kopf kleiner als kleinste Hochheimer war, als ein absolut vollwertiges Mannschaftsmitglied präsentiert. Einfache Punkte gab es für die Gastgeber nur von weit draußen, wohin wir mangels Wechselspieler nicht agressiv genug verteidigen konnten. Und vor allem in der ersten Hälfte trafen die Hochheimer von dort ziemlich gut. Ansonsten entschied sich das Spiel im dritten oder vierten Offense- und Defenserebound. Dabei hatten die erfahreneren und körperlich überlegenen Gegner öfter das gute Ende für sich. Beide Teams zeigten sich über die ganze Partie, die trotz des Personalmangel auch von unserer Seite ziemlich rasant geführt wurde, in ihren Leistungen sehr konstant. Die Viertelergebnisse waren alle fast identisch. Obwohl wir noch etliche gute Chancen vergeben haben, ist das Ergebnis ein gutes Abbild vom derzeitigen Leistungsvermögen der beiden Mannschaften. Unsere junge und noch unerfahrene MU18 hat sich heute trotz der Niederlage erstmals als kampfstarkes und gut harmonierendes Team präsentiert. Alle 6 haben die taktischen Anweisungen aus der Besprechung vor dem Spiel und die Änderungen während der Auszeiten mustergültig umgesetzt. Das es im Moment trotzdem noch nicht reicht, um ein Team wie Hochheim zu schlagen, ist dabei nicht tragisch.
Lucas und René haben zusammen die Aufbauposition souverän besetzt. Lucas war ab dem zweiten Viertel ein Schreckgespenst für die Gastgeber. Dauernd wurde vor ihm gewarnt. René, der inzwischen auch seine ersten beiden Seniorenspiele erfolgreich bestritten hat, haben wir es hauptsächlich zu vedanken, daß wir im ersten Viertel so gut ins Spiel fanden. Zusammen mit Lucas wirbelte er vorne in der Defense. Beide hatten zahlreiche steals. Eric ist unser längster, aber noch unerfahrenster Spieler. Im Laufe der Partie hat er sich aber zum echten Reboundmonster gemausert. Jetzt müssen wir ihm noch beibringen, wie er vorne nach dem Rebound einlocht und hinten nach dem Defenserebound den weiten Paß spielt. Daniel aus der MU16 mußte gezwungenermaßen heute ab und an seine gewohnte Centerposition gegen den Flügel tauschen. Das hat er gut hinbekommen. Auch er hatte viele erfolgreiche Rebounds. Außerdem blockt er von allen am besten aus. Sebi, gleichfalls MU16, war neben Lucas und René unser dritter schneller Abfangjäger und verhinderte etliche Fastbreaks. Daneben vereitelte er mit guten Blocks gefährliche Würfe der Gastgeber. Ferhat hat sich als dribbelstarker Spieler mit guter Übersicht, einer Pferdelunge und einem guten Schuß herausgestellt. Obwohl mit großem Abstand der kleinste Spieler auf dem Feld, hat er das ganze Spiel über in der Defense die Grundlinie zu gemacht und den mehr als zwei Köpfe größeren Hochheimer Centern den Weg in die Zone blockiert oder extrem erschwert.
Zahlreiche Eltern (und Großeletern) waren als Zuschauer mit angereist und trotz der Niederlage vom Spiel angetan. Danke für die Unterstützung. Noch ein Lob an die Mütter von Ersin und Leon, denen wir zu vedanken hatten, daß wir nicht in Unterwäsche antreten mußten. Für ihre vergeßlichen Söhne organisierten sie den Trikottransport nach Hochheim.
Es spielten, kämpften und trafen:
Lucas 19 (1/4), René 12 (2/4), Sebi 10, Daniel 8 (0/2), Ferhat 6, Eric 1 (1/4)
Es spielten nicht und kämpften nicht xxx …
MU18: Quo vadis Team ?
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