Finden am Sonntag zwei Jugendspiele statt und bekommt man als Coach bis Samstag Abend beständig Telefonanrufe, daß diese und jene Spielerinn jetzt auch noch die Grippe bekommen hat oder mit dem Lernen für Schularbeiten die Kurve nicht bekommt, hat man bis Sonntag Morgen vor dem Spiel Streß um sicherzustellen, daß zumindest eine Rumpftruppe zum Spiel bereitsteht. Sind bei den Rumpftruppen dann die Schlüsselspielerinnen dabei, könnte man sich eigentlich entspannen. Tja, aber Murphy ist halt bösartig und so kann es sein, daß man nach dem Umkleiden der Damen erfährt, daß eine der Schlüsselspielerinnen ihre Schuhe nicht dabei hat …
Der sofort abgesandte Mutterexpress begibt sich zwar auf die Suche derselben (wie gut, daß wir nicht im entfernten Heppenheim gespielt haben …), aber fast zwei Viertel sind wir nur zu Sechst und ohne Center.
Die Sechs schlagen sich ganz wacker, Darleen hält uns im Spiel. Centerersatz Bilge hält die gefährlichere Centerinn des Gegners recht gut draußen. Das erste Viertel geht zwar mit 13:6 deutlich an die Gastgeber, aber im zweiten ist Darleen nur mit Fouls am punkten zu hindern. Als die Schuhe gegen Ende des zweiten Viertels doch noch eintreffen, hatten die aufrechten Sechs das Spiel sogar selbst schon ganz gut im Griff und lagen nur ganze drei Zähler hinten. Unsere frisch besohlte Centerin ging sofort ins Spiel, hatte eine Serie Rebounds mit Fehlwürfen, macht aber unseren Korb zum Viertelgewinn.
Mit dem Halbzeitstand von 24:18 für Hochheim ging es ins dritte Viertel. Gefühlte zwei Duzend vergebene 100%ige unter dem Korb konnten nicht verhindern, daß wir dieses Viertel mit 10:15 klar für uns endschieden. In der 9 Minute gelingt uns die zweite Führung des Spiels. Nach dem Verlauf der Viertel Zwei und Drei hätte jetzt eigentlich nichts mehr passieren sollen. Leider haben die Mädels im Schlußviertel vergessen, daß Basketball eine Mannschaftssportart ist und statt schlauer Pässe lieber Coast-to-Coast-Dribblings veranstaltet, ohne die Mitspieler im Auge zu behalten, denen man im letzten Moment den rettenden Paß spielen kann. Nicht alle sind diesen Harakiri-Aktionen bis zum Spielende wenigstens hinterher gelaufen um die Rebounds nach Würfen aus unmöglichen Positionen zu holen.
Unsere Defense stand dabei noch vergleichsweise gut und trotz des chaotischen Spiels nach Vorne gab es auch noch reichlich Chancen zum punkten, die aber in sattsam bekannter Weise versemmelt wurden. Am Ende stand mit 48:37 eine vor allem in der Höhe absolut unnötige Niederlage.
Insgesamt war dieses Spiel nicht gerade eine Sternstunde des Basketball. Auch die Gastgeber hatten schlechtes Zielwasser getrunken. War unsere Freiwurfquote mit 3 von 13 = 23 % schon mehr als bescheiden, wird sich mein Hochheimer Kollege über 2 von 19 = 10,5 % auch nicht gefreut haben.
Als Fazit kann man ziehen, was im Prinzip schon bekannt ist: Fällt einer unserer beiden offensiven Leistungsträger ganz oder teilweise aus, haben wir immer noch keinen, der die Lücke füllen kann. Das gleiche Problem haben auch alle Ligakonkurrenten. Mit Hatice, Emily und Nadine sind zwar drei Spielerinnen da, die nicht weit davon entfernt sind. Aber der Knoten ist immer noch nicht wirklich geplatzt. Auch Annika und Aylin könnten zumindest je 6 Punkte pro Spiel beisteuern, tun es aber zumindest noch nicht regelmäßig. Würden Bilge und Zülal im Training besser aufpassen und sich um ordentliche Korbleger und Dribblings ohne Fußspitzenbeobachtung bemühen, könnten sie ihre vielen Ballgewinne in Körbe ummünzen.
Die WU13 hat heute tappsig unnötig ein gute Chance vertan.
Heute spielten und trafen:
Darleen (20), Lara (8), Hatice (7), Bilge (2), Annika, Emily, Zülal
WU13 sucht Zeugwart – wie man ein Spiel schon vor dem Anpfiff verliert
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